„droplets“

In der skulpturalen Welt von Venske & Spänle liegt eine Genealogie, die in der Entwicklung einer elementaren Ausgangsform zu komplexen und immer weiter differenzierten Gebilden Gestalt gewinnt. Am Anfang dieser Genese steht eine pilz- oder eiförmige „Urgestalt“, die sich durch Prozesse der Faltung, des Einknickens und Verschmelzens zu pflanzen- oder tierhaft anmutenden Wesen transformiert. Diese Kreaturen scheinen von einer unsichtbaren Kraft angetrieben und auf ein bestimmtes Ziel, die Idee einer Vollendung ausgerichtet zu sein, dem genetischen Code durchaus vergleichbar.

 

„smörfs“

Durch Einführung einer Linie in die elementare „Urgestalt“ entwickeln sich die verschiedenen Charaktere eines Kollektivs.  Der Einfachheit der organischen, amöbenhaften Gestalt steht solchermaßen der Eindruck einer ausgeprägten Persönlichkeit, einer Stimmungslage, wenn nicht gar eines individuellen Charakters gegenüber. So werden diese als „smörfs“ bezeichneten Wesen zu Begleitern des Menschen.  Sie migrieren in dieser Funktion in die verschiedensten Regionen der Erde und bleiben als Kulturzeugnisse erhalten.

 

„cybersmörfs“

Durch den Prozess der Animation erfolgt die Umwandlung der „smörfs“ in Data. In der virtuellen Realität sind die „cybersmörfs“ durch den Bildschirm von uns abgetrennt. An den Glasflächen des Monitors finden sie ihre Grenze, um in diesem Gehäuse zu verharren.

 

„helotrophen“

 „Helotrophen“ benötigen einen „Wirt“, um als Skulptur Vollständigkeit zu erlangen: einen Raum, eine Person oder einen Alltagsgegenstand. Sie verschmelzen – Schnecken oder Einsiedlerkrebsen vergleichbar – zum Schutz ihres amorphen Körpers unauflöslich mit einer anorganischen „Behausung“ oder „Hülle“. Wie Prothesen kann der „Helotroph“ auch dem menschlichen Körper oder anderen Dingen angeschlossen werden.

 

„gumpfoten“

Anders als die „smörfs“ erscheinen die „gumpfoten“ nicht als Kollektiv, sondern weisen individuelle Merkmale auf. Wie in einer Evolution streben sie in eine vertikale Haltung. Einer Metamorphose vergleichbar vollzieht sich aus Fältungen und Knicken ein Prozess der Teilung, Streckung und Dehnung. Die maximale Oberflächenspannung dieser Auswüchse zeigt an, dass diese Entpuppung längst nicht abgeschlossen ist.