Runst-kaum und ein Metalog

Das Überangebot, die stetige Ablenkung, die Gleichzeitigkeit, die Überlagerung, das immer mehr

nur fragmentarische Verstehen, das vereinfachende Rekonstruieren, die ständige Überforderung

werden innerhalb des Komplexes Diskurs-Öffentlichkeit-Raum immer mehr zu Standardsituationen.

Idealerweise lassen sich hieraus drei Modelle ableiten: die Über-Öffentlichkeit, die alles rezipiert,

die Hyper-Öffentlichkeit, die sich aus dem Überangebot und der Überlagerung der Zeichen ihre eigene,

mehr und mehr losgelöste Erzählung konstruiert, und schließlich die selektierende Öffentlichkeit,

die sich in bestimmte Diskurse zurückzieht. All diese Diskurse und Öffentlichkeiten müssen sich

zudem ihren Raum im großen Sprachspiel erkämpfen und sich auch gegenüber Master- und Metadiskursen,

die ordnen, normalisieren und hierarchisieren wollen behaupten.

Die binäre Opposition, für viele zentrales Strukturmoment der Sprache und von dort aus der menschlichen

Spezies überhaupt, dient in Runst-kaum als Versuchsanordnung, um das notwendige Maß an Differenz

zu generieren, verschiedenste Denkräume zu eröffnen und nicht zuletzt auch um erleuchtende Verwirrung

zu stiften. Was die oder der Einzelne gesagt hat oder sagt, ist ohnehin nur von relativer Relevanz und

wird erst durch das was daraus oder damit gemacht wird interessant.

Ausgewählt, diszipliniert und kontextualisiert von Sebastian Stein